Über memos – Zwischen Berlin und Indien
memos ist ein in Berlin beheimatetes Modeprojekt, das aus einer langjährigen Arbeit zwischen Berlin und Indien entstanden ist. Nach über zwanzig Jahren Erfahrung in Design und Produktion markiert memos ein neues Kapitel mit Fokus auf Material, Prozess und Kontinuität. Die Marke verbindet urbane, vintage-geprägte Alltagsästhetik aus Berlin mit traditionellen indischen Textilien und handwerklichem Wissen.
Berlin als Ausgangspunkt
Berlin prägt die Gestaltung der memos Stücke maßgeblich. Wiederverwendung, Schichtung, Funktionalität und Individualität bestimmen eine Haltung, in der Kleidung ohne feste Regeln existieren darf. Schnitte sind entspannt, Proportionen anpassungsfähig, Trageweisen offen. Viele memos Designs sind unisex als logische Folge eines material- und funktionsorientierten Ansatzes.
Arbeiten mit Material
Ein zentraler Bestandteil des memos Prozesses ist der direkte Umgang mit Stoffen. Regelmäßige Reisen nach Indien ermöglichen die Auswahl von Materialien vor Ort — auf Märkten, in Lagerhäusern und bei Textilhändlern. Entscheidungen entstehen durch Berührung, Gewicht und Struktur, nicht durch abstrakte Planung. Neue Entwürfe entwickeln sich häufig aus unerwarteten Farbkombinationen, Drucken oder Materialeigenschaften.
Alte Saris als lebendiges Material
Ein prägendes Material für memos sind alte Saris. Saris sind traditionelle indische Kleidungsstücke, die oft über viele Jahre getragen werden. Die verwendeten Saris unterscheiden sich stark in Alter, Zustand und Charakter. Manche sind weich und matt, andere kräftig und kontrastreich. Diese Unterschiede werden bewusst erhalten.
Kleidungsstücke aus alten Saris sind immer Unikate. Unterschiede in Farbe, Musterplatzierung und Oberflächenstruktur sind unvermeidlich und gewollt. Das Material bringt seine eigene Geschichte mit und setzt diese in einer neuen Form fort.
Produktion & Handwerk
Die Produktion erfolgt in Zusammenarbeit mit familiengeführten Werkstätten in Indien. memos arbeitet ausschließlich mit etablierten Partnern, die lokal für Qualität und verantwortungsvolle Arbeitsweisen bekannt sind. Faire Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten, geeignete Arbeitsräume und keine Kinderarbeit sind grundlegende Voraussetzungen jeder Zusammenarbeit. Diese Bedingungen werden durch langfristige Kooperation und regelmäßige Präsenz vor Ort gesichert.
Je nach Kleidungsstück wird per Hand, mit Nähmaschinen oder kombiniert gearbeitet. So entstehen präzise, langlebige und flexible Produkte ohne industrielle Massenproduktion.
Pushkar
Ein wichtiger Produktionsort ist Pushkar in Rajasthan. Neben seiner religiösen Bedeutung entwickelte sich Pushkar zu einem Zentrum kleiner Werkstätten, Schneidereien und Textilmärkte. Der Ort steht für kleinteilige Produktion, persönliche Beziehungen und direkte Kommunikation.
Diese Nähe ermöglicht Experimente — etwa beim Kombinieren von Sari-Bahnen, beim Anpassen von Schnitten oder bei der Entwicklung wendbarer Kleidungsstücke, die sich am Material orientieren.
Kontinuität
memos Kollektionen sind bewusst klein und fließend angelegt. Entwürfe entstehen aus verfügbaren Materialien statt aus saisonalen Vorgaben. Unterschiede werden akzeptiert, nicht korrigiert. Kleidung trägt Spuren ihrer Entstehung — von Orten, Materialien und Entscheidungen. memos versteht Mode als etwas, das getragen, genutzt und behalten wird.